"Das ist das ewige Leben" - sprach Jesus von Nazareth -
"dass sie Dich, den allein wahren Gott und den Du gesandt hast,
Jesus Christus - erkennen."
So berichtet das der Evangelist Johannes im 17. Kapitel seines Evangeliums, Vers 3.
Was das tatsächlich bedeutet, kann man eigentlich nur verstehen,
wenn man weiß, dass im Hebräischen der Liebesakt und der Erkenntnisakt mit dem gleichen Wort belegt ist.
Im Griechischen - in der Sprache, die messerscharf alles trennt, was in anderen Sprachen mehrere Bedeutungen hat -
gibt es für intellektuelle Erkenntnis und Beziehungserkenntnis zwei verschiedene Worte:
"ginosko" - das in Johannes 17, 3 verwendete Wort - beschreibt die Beziehungserkenntnis,
die intime Erkenntnis einer Person -
während "gnosis" - ein Wort das z.B. in 1. Tim. 6, 20 vorkommt -
rein intellektuelles und philosophisches Wissen und Erkenntnis beschreibt.
Das eine Wort beschreibt also die Erkenntnis der Person selbst - im Sinne der intimen Begegnung,
während das andere Wort das rein intellektuelle Wissen über jemanden oder etwas beschreibt.
Während man sich sehr rasch ein intellektuelles Wissen über jemanden aneignen kann,
wird man selbst dann, wenn man sein ganzes Leben mit dem Erkennen einer Person verbringt,
am Ende seines Lebens nicht behaupten können, eine Person vollständig erkannt zu haben.
"Dieses Geheimnis ist groß"-
schreibt Paulus in seinem Brief an die Epheser (Kap. 5,32) -
"ich rede aber von Christus und der Gemeinde".
Jakobus hingegen schreibt in seinem Brief (Kap. 2,19):
"Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Die Teufel glauben´s auch und zittern".
Es gibt also zwei Arten von Erkenntnis:
Der sogenannte "dass"-Glaube - nämlich dass es einen Gott gibt und dass ... und dass...
was einem Katechismus-Dogmen-oder Lehrpunktglauben entspricht.
Und den Glauben an eine Person- was Vertrauen in eine Person bedeutet.
Es ist also keinesfalls unwichtig,
ob wir unseren Gott intim kennen und erkennen,
ob wir mit IHM reden und ER mit uns oder ob wir nur ÜBER IHN reden.
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