KW 32 Auf Gottes Stimme hören

Veröffentlicht am 7. August 2026 um 20:22

KW 32

Die Frage nach Gott und die Rolle des Gewissens präsentieren sich aus ärztlicher Sicht

anders als aus der Sicht eines sogenannten "Moralapostels",

wie er häufig in sogenannten christlichen Kreisen auf unangenehme und ungesunde Weise auftritt......

Als Arzt kann man die Erfahrung machen, dass "dieselben Kranken,

 die angesichts der von uns hergestellten optimalen Bedingungen einer Wahrung ihres Inkognitos

und dementsprechend einer maximalen Herbsetzung ihrer Befangenheit ohne weiteres bereits sind,

etwa ihr Sexualleben bis in die intimsten, ja bis ins perverse Detail zu besprechen,

- daß dieselben Patienten > Hemmungen< zeigen, sobald ihr intimes religiöses Erleben zur Sprache kommt." 

 (Viktor Frankl in "Der unbewusste Gott")

Die Schlussfolgerung, die daraus wohl zu ziehen ist, heißt,

dass echte Religiosiät und die Begegnung mit Gott selbst in der Stimme des Gewissens

eine noch intimere Erfahrung ist als die sexuelle Begegnung zwischen Menschen.

Was der nichtreligiöse Mensch einfach als Selbstgespräch erlebt,

 bedeutet für den religiösen oder spirituellen Menschen echtes Gespräch mit der Stimme aus der Transzendenz.

Dessen sollte man sich bewusst sein und bleiben,

wenn man als Mensch im allgemeinen und als christlicher Arzt im speziellen derartige Themen anspricht.

Eine echte Begegnung zwischen Gott und Mensch ist

keine auf Ideen gegründete Philosophie und auch kein intellektuelles Dogmengebäude im Sinne eines Katechismus

sondern tatsächliches, intimes "Herzensgespräch" zwischen zwei realen Personen.

Während aber der größte Teil der Menschheit - zumindest in unserem westlichen Kulturbereich -

das "verkirchlichte" Christentum als langweilig, formal und bedeutungslos für ihr Leben empfindet,

wächst gleichzeitig das Verlangen nach echter spiritueller Erfüllung,

welche nicht nur in der intellektuellen Zustimmung zu gewissen Lehren besteht,

sondern echter Erfahrung, lebendiger, intimer und verändernder Begegnung.

Mit einer solchen Geisteshaltung begaben sich einst die Passagiere der  "Mayflower" auf ihre Reise über den Ozean. 

Nicht in einem  bequemen 10- oder 12- Stunden-Flug, auch nicht in einem komfortablen Ozeanriesen,

sondern eng zusammengepfercht in einem kleinen Segelschiff, in welchem sie monatelang unterwegs waren,

den Gefahren einer unbekannten Wetterlage und ungewissen Zukunft ausgesetzt.

Dennoch nahmen sie diese Strapazen in Kauf in ihrem Verlangen nach Gewissensfreiheit.

Als sie sich gezwungen sahen, die Englische Kirche zu verlassen, weil es nicht mehr möglich war, ihrem Gewissen zu folgen,

 schlossen sie einen feierlichen Bund

als "freies Volk des Herrn" in "allen Wegen, die ihnen bekannt waren oder noch bekannt würden, gemeinsam zu wandeln."

Dies war der wahre Geist der Reform, die lebendige Grundlage des Protestantismus.

Dieser Geist war es auch, welcher dann etwas später- als es darum ging, unabhängig von Großbritannien zu werden - 

Patrick Henry den berühmten Satz sprechen ließ: "Give me freedom or give me death". - "Gib mir Freiheit oder gib  mir den Tod"

und welcher schließlich in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung endete, 

ein "Land ohne König" und eine "Kirche ohne Papst" erschuf und die USA groß werden ließ.

Traurigerweise sind es gerade diese USA, welche gerade jetzt fleißig daran arbeiten,

wieder dorthin zurückzukehren, wo die Fehlentwicklung des Christentums einmal begonnnen hat:

Geldgier, Machtgier, Zwang und staatliche Gewaltausübung in religiösen Fragen.

Gott sei es gedankt- und das ist wirklich so gemeint - dass dieser Jesus nie danach gestrebt hat, staatliche Gewalt auszuüben -

vielmehr bemüht war,

als "König der Wahrheit"

ein "König der Herzen"

zu sein, welcher nach wie vor

durch Seinen Geist 

die Herzen der Menschen

anspricht und Seine Regierung

in den Herzen aufrichtet-

völlig ohne Zwang und ohne staatliche Gewaltausübung.

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Kommentare

Alfredo Roberto
Vor 12 Tage

(1.Kor 2,11) Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist?
(Röm 8,16) Der Geist selbst bezeugt <zusammen> mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind.