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Manchmal kann es durchaus schwierig sein, komplexe medizinische Sachverhalte so zu erklären,
dass auch jemand es verstehen kann, der keine diesbezügliche Fachausbildung hat.
Besonders dann, wenn man auch noch möchte, dass betreffende Person tut, was man ihr vorschlägt. ....
Doch dies ist der Alltag des praktischen Arztes, der es mit aller Art von Patienten zu tun hat-
- von jung bis alt- von männlich über weiblich bis divers-
vom einfachen Hilfsarbeiter bis zum hochrangigen Politiker, Pfarrer oder Unternehmer.
Beinahe täglich wird ihm das abverlangt und man erwartet von ihm den sogenannten
"informed consent".
Auf deutsch "informierte Einwilligung" ist ein zentrales Prinzip der medizinischen Ethik und des Rechts,
das die "freiwillige Zustimmung zu einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme
nach umfassender Aufklärung über deren Art, Risiken, Nutzen und Alternativen" darstellt.
Im religiösen Bereich entspricht diesem Prinzip der Begriff
"Gewissensfreiheit".
Gewissensfreiheit ist das Grundrecht,
"Entscheidungen und Handlungen frei von äußerem Zwang ausschließlich nach dem eigenen Gewissen" zu treffen.
Auch hier geht es in gewissem Sinne um "informed consent" und das Prinzip der Gewissensfreiheit
war eigentlich der Vorläufer des "informed consent."
Dieses Prinzip haben in Europa Protestanten und Humanisten blutig erkämpft.
Demgegenüber standen schon immer die Ansichten der römisch-katholischen Kirche,
welche am besten zum Ausdruck kommen durch die Aussagen von Papst Gregor XVI. aus dem Jahr 1832.
(Enzyklika "Mirari vos")
"Die absurden und abgeschmackten Faseleien zur Verteidigung der Gewissensfreiheit
sind ein außerordentlich verderblicher Irrtum-
eine Pest, die vor allem anderen in einem Staat am meisten zu fürchten ist."
Sehr wenige, selbst der hervorragendsten Denker und Sittenlehrer
sowohl der Vergangenheit wie auch der Gegenwart
haben einen richtigen Begriff von jenem herrlichen, dem Neuen Testament entstammenden Grundsatz,
der Gott als den einzigen Richter des menschlichen Gewissens anerkennt.
Sehr wenige kennen jenen großartigen Satz,
welche die Fürsten von Speyer im 16. Jahrhundert der römischen Delegation vorlegten:
" In Gewissensangelegenheiten hat die Mehrheit keine Macht."
Der größere Teil vertritt die Ansicht, dass Mehrheitsbeschlüsse mit Gewalt durchgesetzt werden dürfen
und dass Einzelne, welche sich auf ihr Gewissen berufen,
egoistische Rebellen seien und Individualität kein Grundrecht,
sondern Besserwisserei und Eigenbrötlerei.
Die Auffassung, dass Gott der Kirche das Recht verliehen habe,
das menschliche Gewissen zu kontrollieren, festzulegen, was Ketzerei ist und sie zu bestrafen
ist einer der am tiefsten eingewurzelten Irrtümer des Papsttums.
Was in den letzten Jahren noch dazu kam,
war, dass die Mehrheit keinen Zusammenhang zwischen diesen Fragen
und dem Probelauf erkannt haben, welcher im medizinischen Bereich stattgefunden hat.
Der Probelauf nämlich, wie man die Mehrheit dazu bringen kann,
völlig unschuldige Menschen auszugrenzen, als böse darzustellen
und ihnen ihre Grundrechte zu nehmen.
Nach wie vor wird nicht erkannt, dass der Probelauf
für Machthaber und Geldgeber gut gelaufen ist aber trotzdem unrecht war.
Und nach wie vor denkt nur eine Minderheit darüber nach,
was tatsächlich Recht und Unrecht, Gut und Böse ist-
oder gar was man dafür riskieren kann oder soll.
Dennoch steht das Wort:
"Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat,
gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle allenthalben Buße tun sollen,
weil Er einen Tag gesetzt hat,
an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann,
den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben,
indem Er Ihn auferweckt hat von den Toten."
Apg. 17, 30.31
Es gibt ein sehr einfaches Faktum, das eigentlich jeder verstehen müsste:
Ohne Frieden in den Herzen der Menschen wird es keinen Frieden auf Erden geben.
"Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."
1. Joh. 4,16
Die Liebe aber ist das Kind der Freiheit. Sie kennt keinen Zwang.
Auch nicht den Zwang der Mehrheit.
Und Freiheit ist nur dort möglich, wo Menschen Gerechtigkeit leben.
Also wird es auch ohne Gerechtigkeit in den Herzen der Menschen keine Gerechtigkeit auf Erden geben.
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