KW 35 Vom Sinn des Leidens

Veröffentlicht am 28. August 2026 um 19:30

"Wenn es einen Gott gäbe, dann könnte er nicht all das Elend und Leid in dieser Welt zulassen."

So oder so ähnlich lautet eines der am häufigsten  verwendeten Argumente,

wenn es darum geht, seinen Unglauben an Unseren Vater im Himmel glaubhaft darzustellen.

Doch dieser Vorwurf ist wirklich nicht ausreichend durchdacht.

Der Retter ist nicht der Täter und nur weil Menschen nicht verstehen, warum der himmlische Vater nicht eingreift,

heißt das nicht, dass ER Gefallen hat an dem, was da geschieht

oder dass ER nicht eingreift, weil ER entweder so böse ist oder gar nicht existiert.

Die Diagnose über Unseren Himmlischen Vater ist aus chrisrtlicher Sicht schlicht und einfach falsch - 

und falsche Diagnosen führen zu falschen Therapiemaßnahmen.

Schauen wir doch einmal etwas genauer hin.

Wenn wir uns auf die Diskussion tatsächlich einlassen wollen, so müssen wir natürlich voraussetzen,

dass es hier darum geht, über den Charakter unseres himmlischen Vaters in der Art nachzudenken,

wie Er sich uns durch Seine Propheten, Seine Apostel und Seinen Sohn zu erkennen gibt.

Es geht hier also nicht darum, wer Recht hat oder etwas mathematisch beweisen kann,

sondern um zutiefst menschliche Fragen, welche über rein logisch-rationale Argumente hinaus gehen

und um die Bereitschaft, ehrlich über unsere Beziehung zu diesem Gott nachzudenken. 

Das Ganze ist nämlich nur dann verständlich, wenn man zu verstehen beginnt,

dass man eine Vertrauenskrise nicht einfach lösen kann, indem man mit der Faust dreinhaut.

Der Aufstand, der laut dem Buch der Christenheit - der Bibel - im Himmel begonnen hat

und somit Ursache all des Leidens auf dieser Welt ist

- inklusive dem, womit wir Ärzte uns soviel beschäftigen -  Krankheit und Tod -

dieser Aufstand  erschien nämlich zunächst gar nicht so schlimm.

Es ging nur um ein paar "Verbesserungsvorschläge" - anders ausgedrückt- einen Mißtrauensantrag gegen die himmlische Regierung.

Der Vorwurf lautete, dass Unser Himmlischer Vater ein unglaublicher Tyrann sei,

der es nur darauf abgesehen habe, auf dem Thron zu sitzen, Befehle zu erteilen und sich bedienen zu lassen.

Er sei überhaupt nicht liebevoll, barmherzig, gnädig, geduldig, freundlich und gerecht und er zwinge Seine Untertanen mit Gewalt.

Einen solchen Vorwurf kann man nicht einfach beseitigen, indem man denjenigen, der den Mißtrauensantrag stellt, beseitigt.

Eine Lüge kann man nicht einfach aus der Welt schaffen, indem man den Lügner beseitigt. Das Argument bleibt im Raum.

Und das ist letztlich der Grund, warum Unser HImmlischer Vater diesen jahrtausendelang andauernden Krieg zulässt,

warum Er auf eine Art und Weise agiert, welche wir manchmal nicht verstehen

und warum Er nicht mehr eingreift in das, was Menschen auf diesem Planeten alles aufführen. 

Mal ganz ehrlich- was sollte Er denn nach Meinung dieser Leute mit dem oben angeführten Argument:

"Wenn es einen Gott gäbe, könnten nicht so schlimme Zustände auf diesem Planeten herrschen"-

Was sollte Er denn tatsächlich tun?

Was sollte Er denn noch mehr tun, als jahrtausendelang die Freiheit zu gewähren,

auch anders zu handeln als es Seinem Gesetz entspricht -

um zu zeigen, dass Freiheit des Willens und nicht Zwang in Seinem Reich regiert?

Was sollte Er denn noch mehr tun, als dem Feind die Erlaubnis zu geben, Seine Regierungsform offen zur Entfaltung zu bringen?

Was sollte Er denn noch mehr tun, als Seinen Sohn in die Welt zu schcken, um Seinen Charakter offen zu legen und zu zeigen,

dass Er sogar bereit ist, als Mensch zu leben, sich von Seinen Geschöpfen verspotten, verhöhnen und  ans Kreuz nageln zu lassen,

in  der Hoffnung, dass sie vielleicht doch begreifen, dass Seine Regierung keine Gewaltanwendung,

kein Brechen des freien Willens, keinen Gewissenszwang kennt? 

Wie sollte Er denn nach Meinung dieser Leute die verlorengegangene Liebesbeziehung wieder herstellen,

das Vertrauen Seiner Geschöpfe zurückgewinnen

und ihnen dabei volle Freiheit des Willens, des Verstandes und des Gewissens gewähren?

Wie sollte Er denn zeigen, dass Er tatsächlich ein guter, gerechter und heiliger Vater ist

und Seinen Thron einfach deshalb nicht verlassen kann, 

weil es tatsächlich niemand besser machen kann als ER?

Erst wenn man anfängt, über diese Frage nachzudenken,

kann man anfangen, aus Leid und Tod Lehren zu ziehen,

welche einen reifer,  gesünder, zufriedener und glücklicher werden lassen. 

 

 

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