Mehr noch und häufiger als an körperlichen Schmerzen, unheilbarer Krankheit oder dem Tod ihrer Angehörigen
leiden Mesnchen an der Respektlosikgeit, mit der man ihnen begegnet oder mit der sie sich auch selbst begegnen.
Die einen werden dadurch depressiv, die anderen aggressiv, wieder andere überarbeiten sich
oder werden in einer Art Hyperkompensation schrecklich arrogant - zumindest nach außen hin.
Aber nur wenige finden den Weg, damit umzugehen, wie mit ihnen umgegangen wird - von Kindheit an oder Jugend an.
Über die Ursachen kann man streiten, diskutieren, philosophieren oder kluge Bücher lesen.
Man kann auch so tun, als wäre alles in Ordnung oder nur manche würden sich das so einbilden.
Was bleibt ist ein nagendes Gefühl im Innersten, welches sich immer wieder einstellt,
wenn man versucht, Ruhe zu finden
oder wenn man wieder einmal jemandem begegnet, der einen schmerzhaft daran erinnert,
dass man sich ja eben doch gegenseitig niedermacht,
indem man versucht, sich selbst zumindest für einen kurzen Augenblick besser darzustellen als den anderen.
Alfred Adler nannte das Problem Minderwertigkeitsgefühl,
heute redet man von mangelndem Selbstwertgefühl, mangelndem Selbstwirksamkeitsgefühl oder man findet andere Worte.
Fest steht:
Beziehungen gehen kaputt, Ehen zerbrechen oder werden vorsichtshalber erst gar nicht mehr geschlossen,
Kinder und Jugendliche verzweifeln,
manche landen auf der schiefen Bahn oder suchen nach Anerkennung,
indem sie einen ungesunden Ehrgeiz auf irgendeinem Gebiet entwickeln -
sei es in der Politik, auf der Bühne, im Sport oder im Geschäftsleben bzw. am Arbeitsplatz.
Das Problem zieht sich durch alle Gesellschaftsstrukturen, alle politischen Parteien,
alle Religionen, Kirchen oder sonstigen philosophisch-ideologischen Gruppierungen.
Die in der heutigen Zeit meist angebotene und als klug dargestellte Lösung lautet:
Liebe dich selbst.
Klingt zunächst gut und einleuchtend -
doch da bleibt ein unübersehbares Restproblem:
Sowohl in meiner persönlichen jahrzehntelangen Arbeit als Arzt wie auch durch Gespräche mit Kollgen -
nicht nur Ärzten, sondern auch Psychologen, Psychiatern, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychotherapeuten
und nicht zuletzt meinen Patienten und mir selbst musste und muss ich mir eingestehen:
Manche Leute mögen sich selbst nicht und erleben auch von anderen ein Ausmaß an Respektlosigkeit und Unrecht,
das jedes gesunde Maß deutlich übersteigt.
Und da nützt es wenig, wenn man in einer Endlosschleife wiederholt:
Liebe dich selbst.
Genau das ist es ja, worunter die Menschheit leidet:
Lieblosigkeit. Respektlosigkeit. Ungerechtigkeit.
Und was der Mensch im allgemeinen eben nicht kann:
Sich selbst und andere lieben.
Sich selbst und anderen respektvoll begegnen.
Mit sich selbst und anderen gerecht umgehen.
Die einen sehen das Probelm - die anderen verleugnen es.
Zwischen beiden tut sich eine Kluft auf.
Die das Problem sehen leiden. Die es nicht sehen - sind (selbst)zufrieden.
Die einen leiden an dem, was sie sehen. Die anderen an den Folgen dessen, was sie nicht sehen.
Erlösung aber brauchen beide.
Die einen von ihrem Mangel an Selbstwertgefühl. Die anderen von ihrem übertriebenen Selbstwertgefühl.
Respektvoller Umgang miteinander wäre ein möglicher Anfang.
VOM LEIDEN AN DER RESPEKTLOSIGKEIT...YOUTUBE SEP,826, HÜTTER 6 ANTWORTEN TOXISCH
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