KW 39 Kommunikative Gewalt

Veröffentlicht am 25. September 2026 um 18:42

Kommunikative Gewalt ist das Gegenteil gewaltfreier Kommunikation und ist das, was meist unbewusst im Alltag weitgehend unreflektiert stattfindet. Für sie gilt der berühmt gewordene Satz eines bekannten Psychiaters: "Was kränkt, macht krank."

Schon Jahrtausende vorher hat Jesus von Nazareth in seiner noch berühmteren "Bergpredigt" darauf aufmerksam gemacht, als er sagte: Wer zu seinem Bruder sagt "Du Narr" - der ist schuldig (Mt. 7,22) und damit dem Gebot "Du sollst nicht töten" eine bedeutend tiefere Bedeutung gab als viele denken.

Den meisten Christen ist das theoretisch klar - niemand - ob Christ oder Nichtchrist - hört das gerne. Die meisten sagen es auch nicht gerne - dennoch geschieht es ganz alltäglich.

Hier kommt ein Problem zutage, das auch schon Jahrtausende bekannt ist und wahrscheinlich am besten vom Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer formuliert wurde, nämlich: "Was ich nicht will, das tue ich" und in literarischen und psychologischen Werken mit dem Satz "Zwei Seelen wohnen - ach in meiner Brust" beschrieben wurde.

Was den meisten Christen nicht klar zu sein scheint, ist die Tatsache, dass der Mensch als solches ein viel tiefsitzenderes Problem hat, als die Tatsache, dass er ab und zu einen "Ausrutscher" hat in Form eines bösen Wortes oder einen "Fehler begeht" in Form einer nicht ganz richtigen Tat und dass es um viel mehr geht als einfach nur darum,  seine Worte und Taten zu ändern. Das Problem, wenn jemand gestohlen oder gelogen hat ist weniger seine Tat,  als die Tatsache, dass er damit zum Dieb oder Lügner geworden ist und niemand - nicht einmal er selbst - weiß, wie oft er das nun noch machen wird.

Kommunikative Gewalt ist Ausdruck einer Grundanschauung  die wir beichten  müssen und die bei dem einen als kommunikative Gewalt und beim anderen als Gewalt- Tat zum Ausdruck kommt. Der Unterschied liegt in der Intensität des Ausdrucks und im Ausmaß der Selbstbeherrschung - nicht aber im innersten Wesen der Seele oder im Zustand des menschlichen Herzens.

Die falsche Grundanschauung aber besteht darin, zu meinen, man sei besser als der andere, man hätte das Recht, Unterschiede zu machen und man könne den anderen vielleicht "zurechtbiegen". 

Die Tatsache, dass es ein moralisches Grundgesetz gibt, welches allgemeingültig ist, gibt mir nicht das Recht, es jemand anderem aufzuzwingen und jemand anderer hat nicht das Recht, mir Gesetzlosigkeit aufzuzwingen. Der einzig mögliche Weg ist die respektvolle Grenzziehung. Alle Diskussion um "Migranten", "Putinversteher",  "Schwurbler" und "Verschwörungstheoretiker" findet ihr Ende darin, dass ich gewaltfrei bitte: "Könntest du bitte in deinem Haus bleiben und ich in meinem?"

"Und könntest du bitte aufhören mich so zu bezeichnen?"

Und wenn der andere aber doch nicht aufhört? - Könnte es sein, dass wir dann einen Erlöser brauchen?

Einen Erlöser, den Christen behaupten, gefunden zu haben?

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Kommentare

Gabi
Vor 22 Tage

Aber wie sieht die Lösung aus, wenn Menschen, die behaupten an den Erlöser Jesus Christus zu glauben, trotzdem verletzen? Was hilft mir in solchen Fällen, nicht verletzt oder beleidigt 'zurückzuschießen'?